Monatliche Archive: Juni 2015

Wie wird man zum Milliardär? Eine Anleitung!

Hermaeus Mora

Jeder Spieler im AG-Spiel kennt das! Im Grunde ist es die Essenz des Spieles. Wie schaffe ich den größtmöglichen Gewinn? Wie erlange ich das beste Wachstum? Wie werde ich zur geballten Kapitalmacht und zum hoch anerkannten Wirtschaftsguru und das bitte so das niemand merkt wie durchschnittlich ich eigentlich bin? Fest steht: „Ich bin Gott!“ Ich will und zwar schnell! Nur wie? Die Antwort auf diese Lebensaufgabe in Einsen und Nullen ist sehr simpel! Sei immer aktiv und sei fleißig! Gib dir unbedingt Mühe die Spielmechanik zu verstehen und erwirtschafte aus deinen gegebenen Mitteln das Optimum. Unsinn! Der normale Weg ist nur etwas für Verlierer. Du bist ja schließlich ein Genie und willst Milliardär werden, also hilft dir Zagen nicht weiter, denn für dich gelten die normalen Regeln der Kunst nicht. Es muss mehr her, ein Plan der so teuflisch ist, dass jeder Bondschurke vor Neid erblasst! Kein Problem, hier ist er und es dauert auch gar nicht lange das hier durchzulesen!

Schritt 1: Die Gründungsphase

Wie in jeder guten Erfolgsgeschichte beginnt alles im Kleinen. So auch hier, denn schließlich bist du ein Nichts. Mit Neid blickst du auf die AGs die über dir sind und bist gierig nach jedem kleinen Cent. Aber halt! Einen unkaschierten und unsympathischen Gierschlund, der nur seinen eigenen Vorteil sieht, nimmt das breite Publikum nicht ernst. Das ist viel zu stark und ehrlich und eher minder salonfähig. Du musst dir also etwas einfallen lassen wie deine AG schon von vorneherein Erwartung erweckt. Zu diesem Zwecke ist es unabdingbar Vertrauenswürdigkeit und Redlichkeit vorzugaukeln. Das bedeutet für dich, dass du zunächst erst einmal einen angemessenne Namen für dich als CEO und für deine AG benötigst.

Die normalen Nick-Names, die du in anderen Spielen benutzt z. B.: „i8b4uUnderground“, „SteveTheImpermeableHamster“, „Partyhängst“ oder „GaNgStErBuNnYBaNgEr97“ sind zwar in deinem beschränkten Horizont lustig, aber für deinen Plan im AG-Spiel gänzlich ungeeignet! Dein Name muss etwas her machen, denn schließlich sollte er sich in die Köpfe deiner Gegner einbrennen und er muss so erwachsen klingen, dass es kein billiges Schmierentheater wird. Sinnvoll ist es absolut humorlose Dünkelhaftigkeit schon in der Benennung walten zu lassen. Wähle er also unbedingt eine Namensgebungen mit Vor- und Zunamen aus dem Britischen, denn diese Nation ist besonders für ihre Exaltiertheit und ihre Popanz berüchtigt. „Do it like a sir“ sollte dein Leitsatz sein, denn du weißt ja, auch eine Rampensau wie Mick Jagger wurde zum Ritter geschlagen. Das wusstest du nicht? Okay, dann weißt du es jetzt! Beachte dabei, dass Leerzeichen nicht möglich sind. Gut geeignet sind also CEO-Namen wie JamesAttenborough, RichardCampbell, HenryWhiteley, JonathanChamberlain oder AnthonyHodgson.

Bei der Benennung deiner AG solltest du ähnliche Ernsthaftigkeit walten lassen. Am Einfachsten ist es immer den genutzten Nachnamen aus der CEO-Bezeichnung zu verwenden, wie bspw. Attenborough Ltd. Sinnig kann auch sein einfach einen zweiten britischen Nachnamen hinzu zuziehen. Beispiele hier für wären: Campbell & Chamberlain Invest. Achte aber immer darauf, dass die britische Note auch im AG-Namen erkenntlich ist!

Schritt 2: Die Imagefindung im AG-Spiel

Das ist der wohl wichtigste Punkt deines Konzeptes! Das liegt vor allem darin begründet, weil dein Image deine Waffe darstellt. Täuschung ist der Schlüssel! Besonders unoffensichtlich und vielversprechend gegenüber den ganzen hirnlosen Trotteln, die auf dem AG-Spiel-Markt herumgeistern, sind Aktiengesellschaften mit gewissem Realitätsbezug und einem „Roleplay-Hintergrund“. Natürlich ist es nicht erlaubt bekannte Unternehmen und dessen Geschichten zu koopieren, aber das musst du auch nicht. Naja zumindest nicht so offensichtlich, denn alleine die Sparte ist schon entscheidend. Nutze das zu deinem Vorteil und lass dir eine Geschichte einfallen, in dem du die Beschreibung in der AG-Einstellung verwendest. Besonders erfolgversprechend sind Aufgabenbereiche die hohe Extravaganz anbieten. Geeignete Ideen wären Anwaltskanzlei, Hedgefondgesellschaft, Immobilienmaklerei, Edelschmuckprodzuent oder Luxusyachtenfabrikateur. Deiner Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, Hauptsache es handelt sich um etwas, was seriöse Reiche und Mächtige haben wollen. Achtung, dazu zählen nicht Bling-Bling, „Bitches“ und tiefergelegte Familienkombis in Textmarkerfarben!
Beachte unbedingt deine Rechtschreibung in der Beschreibung! Diese muss fehlerfrei sein, denn schließlich bist du ein superbrillianter Intelligenzbolzen. Um da keine unnötigen Zweifel zu erwecken, sollte deine Mami den ganzen Mist den du geschrieben hast dringend Korrekturlesen.

Ein AG-Logo wäre auch eine nützliche Angelegenheit. Es ist nämlich statistisch erwiesen, dass AGs mit hübschem Logo für besser befunden werden. Erstelle dir also eins. Wenn du aber ein phantasieloser und unkreativer Typ bist, dann finde jemanden, der dir für keinerlei Aufpreis diesen Gefallen erbringt. Das sollte eine recht leichte Übung sein. Gut geeignet sind Greifvögel als symbolträchtige Tiere, aber auch alles was in Sagen und Mythen umherwandert. Lass dich da einfach mal beraten.

Schritt 3: Sei etwas, was du nicht bist!

Um seine Überlegenheit in der Community zu festigen, empfiehlt es sich auch die Wirklichkeit über die Person aufzuhübschen. Keinen interessiert dein langweiliges Ich, denn das ist wie schon gesagt langweilig. Schließlich hast du mit deinem Leben bisher nicht viel erreicht und es ist ebenso unrühmlich, dass du mit 40 Jahren noch immer bei Mutti im Keller ihrer Doppelhaushälfte wohnst. Also ringe dich dazu durch dreist zu lügen, am Besten in dem du 1 zu 1 das Ego deines britischen Phantasie-CEOs übernimmst. Natürlich hast du an renommierten Universitäten studiert, arbeitest erfolgreich selbstständig als Anwalt, Börsenmakler oder Botschafter und kommst international viel herum. Dein Leben bewegt sich klar auf der Überholspur und natürlich findest immer nur dann mal Zeit für das AG-Spiel wenn du in deiner eigenen Firma, deinen Privatjet oder am sonnigen Strand von St. Tropez  die Reißleine ziehst und dir eine Pause gönnst. Das du in Wirklichkeit eigentlich nichts besseres vor hast, weil du ohnehin keine Freunde oder andere soziale Verpflichtungen hast, ist ja erstmal zweitens. Du musst mit deiner bloßen Existenz den Spielern im AG-Spiel weiß machen dieses zu bereichern, also erdichtest du am Besten gleich noch gebildeten Hobbies nachzugehen. Ob das nun die Liebe zu klassischer Musik ist, die Fähigkeit ein zeitungemäßes Musikinstrument spielen zu können oder aber eine Passion für die Literatur eines bekannten geschichtlichen Dichters ist, spielt dabei keinerlei Rolle. Das nötige Wissen darüber kann man sich ganz einfach über die freizugängliche Enyklopädie Wikipedia aneignen. Das du in Wirklichkeit den Gangsterrapper Haftbefehl toll findest und du keinen blassen Schimmer von Musik, Lyrik oder Kunst hast, solltest du gänzlich verschweigen und unter den Tisch fallen lassen!

Schritt 4: Speichelleckerei und Kriechertum

Das ist ebenfalls ein sehr wichtiges Standbein deiner Strategie. Denke immer daran, die Schweine die mächtiger, größer und reicher als du sind haben genau das was du auch willst. Also zieh dir ein reißfestes Gummikondom über den Wasserkopf und geh rektal die Klinke von innen putzen, denn nach jedem dunklen Tunnel kommt irgendwann Licht! Zumindest sagt das Mami immer, aber sie wird in ihrer Bauernschläue schon irgendwo recht haben.
Umwerbe die Leute, die dir einen Vorteil bieten, besonders geeignet sind da Admins und die älteren Groß-AGs mit viel Markteinfluss. Egal was sie tun, heiße ihre Taten stets gut, auch wenn es in deinen Augen talentfreie Dummköpfe sind und du ihre Handlungen als absoluten Schwachsinn deklarierst! Kritisiere sie niemals und unter keinen Umständen, sondern nicke immer alles brav ab. Betone besonders auch im Hauptchannel des AG-Spiels die besonderen Fähigkeiten deiner Gönner, nutze exzessiv den Like-Button und die Kommentarfunktion unter ihren Zeitungsartikeln und sei präsent um sie gegen kritische Stimmen zu verteidigen. Auf die Kritiker solltest du als ausgewachsener Schleimer unbedingt mit einhacken! Betone einfach immer wie dumm derjenige ist ohne auch nur fundierte Argumente vorzubringen. Drücke dich dabei gezielt kryptisch und schwammig aus und das bitte von oben herab. Schließlich haben diese niederen Kreaturen nur einen Platz, nämlich deinen schmutzigen Stiefelabsatz verdient! Ziel des Ganzen sollte natürlich sein, dass du in einen „erstklassigen“ Index eintreten darfst, möglichst so einen wo die Mitglieder noch etwas dümmer als du sind. Hast du es erst einmal soweit geschafft, ist das schon einmal die halbe Miete, denn dann bist du Teil der „Besseren“.

Schritt 5: Deine AG-Struktur

Man mag es kaum glauben, aber hier kommt auch einmal etwas, was mit dem AG-Spiel an sich zu tun hat. Aber keine Sorge, es ist nicht viel und einfach zu verstehen. Natürlich ist es sinnvoll auch deine AG nach außen hin zu schönigen. Zeichne einfach stets die magischen 8x 100.000€ für 10 Tage in Anleihen und kaufe quer durch den Gemüsegarten nur die ganz Großen. Andere, kleinere AGs interessieren dich nicht, denn du musst ja dein Wachstum drücken in dem du den allerletzten Rotz weit unter FP kaufst. Nur so ist es möglich eine vorbildliche Diversifikation und ein exzellentes Gesamtwachstum vorzutäuschen. Das brauchst du ja um als der Newcomer des Jahrhunderts gefeiert zu werden.

Investiere dein Taschengeld um dir Premium zu kaufen. Solltest du kein Taschengeld bekommen, dann bitte deine Mutter dies zu bezahlen. Natürlich hat das goldene P ja nur den Sinn hübsch auszusehen und nach außen hin Fähigkeit zu heucheln.

Schritt 6: Öffentlichkeitsarbeit

Da du ja der Beste bist und die anderen Spieler es nur noch nicht wissen, solltest du da ganz schnell
Abhilfe schaffen und jedem penetrant auf die Nerven gehen. Veröffentliche einfach täglich Zeitungsartikel um über den Stand deiner AG zu informieren. Achte dabei darauf, dass du dich sehr diplomatisch und schönrednerisch ausdrückst. Nutze dabei das volle Arsenal aus Politik, Propaganda und Wirtschaft! Jeden Monat sollte dann unbedingt eine Bilanz folgen, denn denke immer daran, die Leute wollen wissen was du tust! Darin ist zu beachten, dass Prozentzahlen höherwertiger als Summen sind. Es muss ja bei deinen popligen Gewinnzahlen keiner offiziell wissen, dass das nur aus deinen Anleihen kommt und sich der Rest aus wohlwollendem Trugbild und plumper Bauernfängerei zusammensetzt.

Wenn du schon einmal dabei bist dann lass dich unbedingt in diverse Fanprojekte des AG-Spiels einladen, beziehungsweise nimm daran teil. Ein völlig unabhängiges Rating deines Busenkumpels über deine AG hat noch nie geschadet, ebenso wie deine merkantilen Ergüsse in einer Skype-Talkrunde oder einem Podcast zum Besten zu geben.

Schritt 7: Verwalte das Geld anderer Leute

Da du ja schnell nach oben willst und auch nicht zu den Verlieren gehören willst, ist es absolut unabdingbar so schnell wie möglich extrem überzogene Kapitalerhöhungen durchzuführen. Nutze hierbei deine Kontakte aus Schritt 4 radikal aus, denn dazu sind diese ja da. Du benötigst so schnell es geht Mehrkapital, denn mit mehr Kapital wirft deine AG auch mehr Gewinne ab. Das macht sich über die Zeit bemerkbar. Nach 5 bis 6 KEs mit reichlich Vitamin B und weiterer unter FP-Investition hast du es dann geschafft.

Schritt 8: Die Macht erhalten und sich zum Imperator aufschwingen

Auf dem Papier bist du nun Milliardär, doch ganz fertig sind wir noch nicht. Du willst ja auch etwas Dauerhaftes und die hart erschleimte Macht über Zahlen auf einem Server, von dem du noch nicht einmal genau weißt, wo dieser sich befindet, erhalten und natürlich nicht abgeben. Um das zu erreichen ist es wichtig selbst Admin zu werden und das offenbekannte Desinteresse des Spielebetreibers Rady auszuschlachten. Das spart zum Ersten schon mal Taschengeld und ab dem Punkt kann man dann wunderbar das Regelwerk zum eigenen Vorteil ausnutzen. Letztendlich kann dir dann keiner mehr etwas zu Leide tun und der positive Nebeneffekt, also streng genommen nur deiner, ist durchschlagend. Du bist dann sogar in der Position recht effizient und willkürlich gegen deine Gegner vorzugehen. Deine unschickliche Arbeitsweise wird über den Zeitraum ohnehin nicht allen verborgen bleiben, also musst du Maßnahmen ergreifen, denn schließlich geht es hier um dein Lebenswerk und nicht um den Spielspaß anderer Leute!

Aus aktuellem Anlass

“ Die Ironie darin liegt auf der Hand. Normalerweise müsste der hohe Anleihezins für einen Boom sorgen. Der Markt unterliegt nun aber einem immensen Druck, was den positiven Ausblick hemmt. Da Bargeld als Tauschmittel fehlt haben es aktive Händler die Tage sehr sehr schwer. Der Kapitalumschlag stagniert einfach wegen Verknappung.“

-Hermaeus Mora-

in „Das Sommerloch schlägt zurück“ ( http://thenewyorklies.bplaced.net/das-sommerloch-schlaegt-zurueck/ )

Das schrieb Hermaeus Mora am 25.06 und wollte damit den bevorstehenden Abwärtstrend hinweisen.

Da kann ich ihm nur beipflichten. Dahl und KM (besonders) nehmen mit voller Absicht Geld vom Markt und lösen dadurch den Abwärtstrend aus.  Leider geht durch diese Art der Deflationspolitik dem Markt täglich ein Vermögen verloren:

(grob): Dahl 405.000.000€ Bar + KM 445.000.000€ Bar = 850.000.000€

Anleihezins ca 1,30% (bei optimaler Nutzung)

850.000.000€ x 0,013 = 11.050.000€

11 Millionen Euro am Tag, das ist eine extreme Summe, immerhin das elffache des BW einer neuen AG. Der wirtschaftliche Schaden binnen einer Woche beträgt bereits 80 Millionen Euro. Für Großinvestoren mag das verschmerzbar sein, für CEOs wie mich hingegen ist das der blanke Hohn. Es ist nicht einzusehen, dass derartig Kapital vernichtet wird. (Man zahle mir eine KE für 22 Millionen oder mehr und ich lege das Geld ordentlich in Aktien an! :-O  )

Hier findet ihr mal einen kleinen Rechner zu dem Thema Geldverschwendung durch Bargeldhaltung.

 


Ich fordere hiermit:

1.) JohnDahl und kmscheuer sollen so schnell wie möglich das gebunkerte Bargeld in Umlauf bringen. Wirtschaft lebt vom Geldfluss und wird durch Verknappung zerstört.

2.) So gut sie es auch meinen, Dahl und KM sind NICHT diejenigen, die Wirtschaftspolitik betreiben sollen und den Mart regulieren. Vielmehr sind sie CEOs ihrer eigenen AGs und sollten als diese nicht nur von Kapitalvernichtung, sondern auch von ubw-KEs Abstand nehmen. Sie sollten ihre künftigen Aktionen mit dem Aktionärswohl begünden können.

3.) Ich fordere die beiden CEOs des weiteren auf, größere KHs durchzuführen, um die negativen Effekte der Aktion Concerto Grosso auszugleichen und damit  Geld auf den Markt zu pumpen und gleichzeitig unter Wert Aktien zu vernichten, d.h. die eigenen Aktien im Wert zu steigern und somit auch einen generellen positiven Trend auszulösen.

ODER

Viele mittel- bis langfristige Investitionen vorzunehmen und so ein schnelleres Wachstum und eine Marktstärkende Lage herbeizuführen. In diesem Zusammenhang wäre aber eine Welle von KEs bei kleineren AGs geboten.


Wie steht ihr dazu??

Bitte kommentiert recht fleißig!

//Anmerkungen: die Rechnung basiert auf Bargeldbeständen vom 27.06.2015 um ca. 22:00Uhr. Der angenommene Anleihezins von 1,3% ist leicht unter dem aktuellen Zins angesetzt und steht hier für die realistische Rendite, die erzielbar ist, wenn Geld investiert wird (beruht auf ANNAHMEN).Des weiteren ist es nicht die Absicht dieses Artikels, JohnDahl und kmscheuer schlechtzureden. Ich möchte im Vorfeld darauf hinweisen, dass ich NICHT deren Verdienste angreife, sondern lediglich aus Sicht der jungen und kleinen AGs die aktuelle Marktlage zusammenfasse und meine Vorstellung für ihre Lösung äußere.

 

Das Sommerloch schlägt zurück!

Hermaeus Mora

Langeweile ist der natürliche Feind des Spielers. Sobald etwas langweilig wird verliert die Sache an Unterhaltungswert und in der Folge an Spaß. Alle Jahre wieder, immer zur selben Zeit, nämlich ab Sommer, kommt zudem das Sommerloch. Was also tun wenn so gar niemand mehr mit einem handeln möchte, die Sellorders permanent unterboten werden und es immer schwerer wird auf einen grünen Zweig zu kommen? Gute Frage! Aber halt, schieben wir es nicht nur auf das Sommerloch. Das arme Ding kann sich als Sündenbock gar nicht zur Wehr setzen. Also reden wir lieber über die Ursachen, die wahren Schuldigen und die Aussichten.

Die Ursache für den ganzen Schlamassel ist einfach zu finden. Im Grunde haben wir kein Sommerloch, sondern wir befinden uns in einer Art Katerstimmung nach dem Concerto Grosso. Diese Indifferenz ist nicht verwunderlich, denn schließlich kommt in einem „guten“ Konzert, nach einem „furiosen“ Zwischenteil, stets eine ruhige Phase. Der Fehler an dieser Geschichte fällt aber auf, wenn man bemerkt, dass die stehenden Ovationen ausbleiben. Warum wohl? Weil dem Markt aufgefallen ist, dass dem Dirigenten sein Taktstöckchen zu Boden fiel.

Legen wir aber einmal die irreführenden Metaphern zur Seite und gehen wir an die Fakten!
Durch die KE-Welle die von Seitens des OPEC ausgelöst wurde, wanderten Unmengen an Bargeld in die Großen AGs. Diese versäumen es momentan ihr verfügbares Kapital angemessen einzusetzen. Geld was nur herumliegt verzinst sich nicht. Das ist schlecht für diese AGs, da wir hier kaufmännisch von Verlust durch Minderausnutzung der zur Verfügung stehenden Mittel sprechen.
Als ob dies noch nicht schlimm genug wäre führen zudem jene AGs auch noch radikale und unangemessene Selloff-Orders durch und entziehen dem Markt somit noch mehr Geld. Die Folge die sich ergibt ist ein kontinuierlicher Abwärtstrend, der sich wie eine Erdbebenwelle auf die anderen Marktteilnehmer auswirkt.

Aber warum tut man sowas und was ist der Sinn dahinter? Mehrere Millionen Euro unter das Kopfkissen stopfen bringt wirtschaftlich rein gar nichts, sondern ist über die Zeit Verlust! Je länger dieser Status also stehen bleibt umso höher wird der Verlust. Verkäufe weit unter sinnigen Werten ist ebenfalls Verlust, da keine Notwendigkeit zur Geldbeschaffung besteht, weil genügend Kapital zur Verfügung steht.

So gesehen ergibt die ganze großangelegte Operation Concerto Grosso keinen Sinn mehr für die Initiatoren, da wirtschaftlicher, geldwerter Gewinn ausbleibt. Nutzen haben nur noch jene Leute, die sich teuer eine Kapitalerhöhung bezahlen ließen. Abenteuerlich wird es wenn man sich die Begründung dieses Unterfangen zu unterstützen ins Gedächtnis ruft. War das nicht, dass man eine bevorstehende Krise vermeiden möchte? Kluge Marktteilnehmer fragten sich schon damals von was dort gesprochen wird. Welche verdammte Krise? Was salbadern die da daher? Ganz genau, jetzt haben wir eine und nicht vorher! Die Ironie darin liegt auf der Hand. Normalerweise müsste der hohe Anleihezins für einen Boom sorgen. Der Markt unterliegt nun aber einem immensen Druck, was den positiven Ausblick hemmt. Da Bargeld als Tauschmittel fehlt haben es aktive Händler die Tage sehr sehr schwer. Der Kapitalumschlag stagniert einfach wegen Verknappung.

Fraglich bleibt auch welche Schritte als nächstes folgen. Sicher ist nur, dass die Initiative bei ihnen liegt. Allerdings sollte man da wohl eher keinerlei logische oder gewinnorientierte Aktion erwarten. Normalerweise müssten alsbald KHs folgen. Das würde Schaden begrenzen, aber da es sich nur noch um Chaos handelt bleibt eine Prognose höchst unsicher.

Was der CEO der Stunde aber tun kann ist sich auf das Problem einzustellen und die völlig selbstverursachte Krise auszunutzen. Die Lösung heißt ganz klar Geld sinnig langfristiger investieren und abwarten, denn Aktienhandel ist in der Phase höchst kompliziert und auch unrentabel, da die Sellorders einbrechen. Momentan ist es eher möglich sehr kostengünstig wachstumsstarke Alternativen einzukaufen. Diese erbringen allein durch das Halten Mehrgewinn. Hier sollte angesetzt werden. Weiterhin empfiehlt es sich den exzellenten Anleihezins auszunutzen, um Geld zu generieren. Dieses kann dann ebenfalls wieder in nutzbringende Investition einfließen. Ebenfalls sinnig sind Kapitalherabsetzungen. Diese bringen aber nur wenigen Spielern etwas, nämlich denen, dessen AGs durch den Abwärtspreisdruck weit unter FP gesunken sind. Dort lohnt es sich wohlfeil einzusammeln.
Nebenher sollte aber auch ein wachsames Auge auf unsere Geldbunkerer geworfen werden, denn man muss auch auf die Zukunft achten. Je nachdem zu welchem weiteren Schritt sich diese entschließen ergeben sich den Umständen entsprechend neue sinnvolle Möglichkeiten. Um dort nicht den Einstieg zu verpassen rät es sich an sein Kreditvolumen in der Hinterhand zu halten. Dieses kann bei Bedarf eingesetzt werden und lässt sich mühelos an die Anleihenauszahlung koppeln. Somit ist die AG gut aufgestellt und wir befinden uns in Warteposition.

Eine Frage bleibt allerdings noch offen. Was zum Teufel machen wir jetzt mit der dazu gewonnen Freizeit?
Darauf gibt es nur eine angemessene Antwort. Blickt aus dem Fenster! Es ist an der Zeit sich zurückzulehnen und das schöne Wetter zu genießen. Euch fällt bestimmt etwas ein, da bin ich mir sicher.

Über Vertrauen am Parkett

Liebe Leser,

seit Tagen möchte ich diesen Artikel schreiben, doch leider fehlte mir in der letzten Woche die Zeit dafür. Heute möchte ich mich dem Thema Vertrauen am Aktienmarkt widmen. In meinen Augen ist Vertrauen die Grundlage für jeden Kauf, den man tätigt. Heruntergebrochen bedeutet das nichts anderes, als ich vertraue, dass der Wert meines Investments steigt. Hierbei ist es nebensächlich, ob wir den Posten kurz-, mittel- oder langfristig in unser Depot aufnehmen wollen. Unterm Strich möchten wir die Aktien für mehr verkaufen, als wir bezahlt haben.

Wovon ist das Vertrauen abhängig?

Wenn ich einen neuen Posten für mein Depot einkaufe, dann beachte ich Folgendes:

Wie aktiv ist der Spieler?Ich muss zugeben, dass ich nicht der Händler mit der höchsten Handelsaktivität bin, aber hier zählt es die Gesamtlage zu betrachten: wann waren die letzten Trades, der letzte Login (ich meinen Augen ist ein versteckter Onlinestatus ein Abzug), oder wie lange besteht die Aktiengesellschaft und wie hat sie sich in der letzten Zeit entwickelt?

Außendarstellung -Besitzt die Aktiengesellschaft ein Logo, wie verhält sie sich im Chat, Forum oder in Nachrichten. Ich hadere in die Entwicklung einer Gesellschaft zu vertrauen, deren CEO:

„Hallu, hat jemant gesehn das die shcon wieda ne KE machen? xD lolll“

von sich gibt, oder kein Logo besitzt. Nach einer gewissen Zeit kann man erwarten, dass jemand der Freude am Spiel hat, sich auch ein Logo zulegt: so schwierig ist das nicht und es gibt viele Leute, die im Forum ihre Hilfe anbieten.

Financial Management -Investiert die AG in genug Anleihen, wie diversifiziert ist das Depot, liegt Bargeld unnötig herum? Im AG-Spiel gibt es keine Produktion, der Firmen. Vertrauen in die Entwicklung der AGs ist der Kern. Werte werden geschaffen durch gute Trades und Anleihen (speziell für Newcomer essenziell). Zu Zertifikaten äußere ich mich an dieser Stelle nicht, außer dass das Zertifikatevolumen vom BW auch ein wichtiger Indikator für eine Evaluierung sein kann. Kredite sind ein gutes Instrument, wenn man mit ihnen umgehen kann. Diese Fähigkeit spreche ich jetzt aber pauschal erst einmal den CEOs der großen, älteren Aktiengesellschaften zu.

Ich persönlich bemühe mich sehr meinen Aktionären vollstes Vertrauen in meine Arbeit zu gewährleisten. Dazu zählen für mich Benachrichtigungen über Rundmails, keine Aktionen, die ihnen gegenüber nachteilig sind (wie z.B. zu große Risiken bei Käufen einzugehen oder mit Zertifikaten zu zocken). Nach jedem Quartal soll es einen Quartalsbericht geben, nach jedem Jahr einen Jahresbericht mit den Entwicklungen, Aussichten und Höhepunkten des Jahres.

 

Vertrauen in die zukünfige Performance des Papiers – darum geht es.

MBaker

CEO OpenWater Financial

Machtpoker im AG-Spiel

Hermaeus Mora

Es geht im AG-Spiel nicht zaghafter zu als in der Varusschlacht im Teutoburger Wald im Jahre 9 n. Chr. Das haben einmal mehr die Ereignisse der letzten Tage bewiesen, die wohl heute am 11.06.2015 nach der FP-Neuberechnung ihren Höhepunkt und Abschluss fand. Die Unterschiede sind nicht nur, dass man nicht mehr mit dem Gladius aufeinander los geht und man im Grunde auch nicht schon weiß wer den Schlagabtausch gewinnt, sondern hauptsächlich, dass der Kampf jetzt „zivilisiert“ mit Geld und Kapital stattfindet. Dabei bleibt zu beachten, dass das Wörtchen „zivilisiert“ ein dehnbarer Begriff ist. Machtspiele im AG-Spiel, Ökosoft AG versus den OPEC, eine Verprügelungsaktion, klingt das noch danach?

Stein des Anstoßes und Ursache des Konfliktes bildete der letzte Artikel Im Nachgang ist noch zu sagen … und die darin enthaltenen Aussagen des CEO Oeko von der Ökosoft AG im Bezug auf die gewaltige KE-Welle die von Dahl Capital und der Solid Profit AG ins Rollen gebracht wurde. In diesem äußerte sich Oeko noch einmal recht kritisch zu der durchgeführten Aktion und traf dabei nicht hundertprozentig den guten Ton. Er verurteilte darin auch das Vorgehen der Initiatoren, betreffs seiner Person. Seinen Aussagen zufolge, hätte seine öffentliche Meinung, die er in der Zeitung darlegte, dazu geführt, dass das Vorgehen mit Codename „Concerto Grosso“ auf erheblichen Widerstand im Markt stieß und sich daraufhin erhebliche Mehrkosten für den OPEC bildeten. Daraufhin seien wutentbrannten Maßnahmen ergriffen worden seine AG in ihrer Existenz zu bedrohen. Diese anklagenden Worte gefielen wiederum einigen Mitgliedern des OPEC nicht und so kam es zu hitzigen Diskussionen und Streit in den Kommentaren, unter anderem auch zwischen Knorff und Oeko. Es rumorte also und die scheinbar guten Kontakte von Oeko, die sich mit denen im OPEC und auch seines Index gebündelt hatten, wandelten sich in dunkle Gewitterwolken.

Der Schauplatz des Streites wechselte, als wenige Tage später der Spieler Knorff, CEO von Knorff LTCM, festes und langjähriges Mitglied des OPEC und Begründer von OPERa und den OPEX-Kalkulationen seinen Rückzug aus dem AG-Spiel, durch einen AG-Sperre auf eigenen Wunsch, bekannt gab. Das veranlasste Oeko im Hauptchat des AG-Spiels zu einer erheblichen Dummheit, in dem er den abgegangenen Spieler Knorff beleidigte. Zugegeben eine absolute Fehlhaltung und nicht die feine englische Art, wenn man einen solchen Nachtritt tätigt. Allerdings ist es auf Grund der vorgehenden Problematik aus den Vorgeschehnissen nicht ganz unverständlich und vielleicht auch auf Grund der charakterlichen Schwäche zunehmend menschlich.

Die Quittung für die Aussagen folgte promt und das innerhalb von wenigen Stunden. Der CEO MrD91, Vorsitzender der Energibors Kobenhavn und Mitglied des OPEC veröffentlichte den schon vom Titel her markanten Zeitungsartikel -Der schamlose Herr Ö- in dem er nicht minder zaghaft wie Oeko, den schriftlichen Streitkolben schwang und auf Grund der Sachlage klar im Vorteil war. Aber damit war die Rechnung noch lange nicht bezahlt.

Es ließ sich hier schon erahnen, dass die Sache nicht gut ausgehen würde für Oeko, denn die Aktionärsstruktur und die Perfomance seiner AG zeigten erhebliche Schwächen. Oeko nutze in der Vergangenheit gern das Mittel der Kapitalerhöhung um einen höheren Einfluss auf den Markt nehmen zu können. Dummerweise versäumte er wohl den wichtigen Punkt der sicheren Sperrminorität oder beziehungsweise beging den Fehler den Leuten ans Knie zu treten, die seine AG hielten. Welche Abkommen da im Hintergrund getroffen und später wieder gebrochen wurden bleibt im Dunkeln. Das war aber für das letztendliche Ergebnis unerheblich, denn der logische Schluss stand da schon in erheblicher Wahrscheinlichkeit.

Die Investoren der Ökosoft AG bildeten nämlich größtenteils Mitglieder des OPEC, vorneweg John Dahl mit satten 50% an Beteiligung. Diese sahen nun natürlich keinerlei Grund mehr Oeko zu unterstützen. Warum auch bei so einem Abgrund, der sich da auftat?
Zusätzlich bot sich die Übernahme auch etwas an, da die AG weit unter Kurs gehandelt wurde und der FP, wegen den Folgen des Concerto Grosso und sinnvollen Depotveränderungen zwecks Diversifikation und Neuorientierung einen kurzweiligen Abwärtstrend zeigte. Letztendlich führte dann der CEO Magnus von der European Fracking SE den Todesstoß gegen die Ökosoft AG aus, in dem er die Anteile seiner Indexkollegen einsammelte und schlussendlich über die magischen 75% Beteiligung gelangte. Allerdings blieb ein wirklich großer Gewinn für ihn aus. Es ist wohl eher noch wahrscheinlicher, das Verluste entstehen bei der folgenden Umschichtung, denn Magnus wird sicher nicht alle Aktienposten, die er erhielt, behalten.

Abschließend kann man dazu nur sagen, dass sich bei dieser Sache beide Streitpartein nicht mit Ruhm bekleckert haben. Sicherlich, Gründe gab es genug, allerdings wäre eine sachliche Schlichtung und eine gewisse Distanz zur Angelegenheit deutlich wünschenswerter gewesen. So aber hat Oeko eine dicke Lippe riskiert und die Konsequenz seines Handelns in zehnfacher Stärke zurückbekommen, denn schließlich sprechen wir bei seiner AG von einem Projekt, dass erheblich Zeit in Anspruch genommen hat. Das unschöne Motiv der Rache als Hauptanlass zu nehmen, um einem Spieler dies kaputt zu machen, ist kein wirklicher Ruhm und noch weniger ein ehrbarer Zug. Außerdem ist die Botschaft die dadurch vom OPEC gesendet wird ebenso bitter. Kriech vor uns oder stirb, wenn du in unserer Gunst stehen willst!

Aber Oeko wäre nicht Oeko, wenn er an der Vergangenheit hängen würde. Er ist hier mit Abstand der Spieler, der den Neuanfang am Meisten geprobt hatte und ehrlich gesagt war seine AG doch dieses Mal wesentlich nachhaltiger als zu seiner wilden Zeit. So ist es nicht verwunderlich, dass er sich schon wieder aufgerappelt hat! Alles Auf Anfang und viel Erfolg und denk an die Sperrminorität, dann kann dir auch niemand ans Elfenbein!

Hencer & Spill an den Nagel gehängt! Ein trauriges Ende oder schlicht Auflagensteigerung ?

Dominik (Herausgeber)

Kürzlich gab Muecke63, der Herausgeber der Hencer & Spill Reihe, in der Zeitung bekannt, seine Satirereihe an den Nagel zu hängen. Die ersten Reaktionen sind bereits eingetroffen und auch wir sind schon aufmerksam geworden.

Offiziell ist von einer Findungsphase die Rede, doch was steckt wirklich dahinter?

Hinter verschlossenen Türen wird bereits gemunkelt, dass Muecke63, seinen Rücktritt im Auftrag von RenardCilius vorgetäuscht hat, um die Auflage des Ma’guggn Magazins und seiner Reihe zu steigern. Denn Gerüchten zufolge kann man die Zahl der Auflage kaum noch halten, seit die Blogsammlung „The New York Lies“ auf dem Zeitungsmarkt mitmischt. 

Doch was ist dran an diesen Gerüchten ? Die Zukunft wird es uns zeigen, aber Renard und Muecke63 sein gewarnt, denn die investigativen Journalisten von „TNYL“ werden ihnen, in den nächsten Tagen, gewiss ganz genau auf die Finger schauen. Man wird wie immer auch zwischen den Zeilen lesen und das Gelesene möglichst objektiv interpretieren

John Dahl im Interview

Um eine differenzierte Meinung zu gewährleisten haben wir weder Kosten noch Mühen gescheut und einen der „Marktcrasher“ persönlich um ein Interview gebeten. Im folgenden Inerview könnt ihr die Hintergründe der letzten Tage aus Dahls Perspektive lesen….
Hallo Herr Dahl danke das es mit dem Interview so schnell geklappt hat, meine erste Frage ist wohl eine die sich viele im moment  stellen, warum diese Kombi KE und welche Hintergründe hatte diese  Aktion??
Die Hintergründe kann ich recht zügig darstellen, sie sind nämlich intuitiv leicht zu verstehen, sobald man die Dinge in die richtige Perspektive gebracht hat: 
(1) Unser OPEC-Research-Team, das ständig die makroökonomischen Rahmendaten des Marktes im Blick hat, hat festgestellt, daß der Markt im Zuge seiner fulminanten Aufwärtsbewegung seit Beginn des Jahres (*) an seine obere Schranke gelaufen ist. Der Markt stand an einem Scheideweg: Entweder hätten wir einen zweiten „Sommer 2014“ erlebt (monatelange Stagnation im oberen Marktsegment mit entsprechender Ausstrahlung der Baisse in die anderen Segmente) oder er wäre langsam aber sicher einfach eingeschlafen wegen zunehmend wegbrechender Nachfrage.
(2) Der letzte „Rettungsversuch“ war das „BiSSIG“-Programm (**), also die Bereitstellung von Nachfrage auf Kredit, um die Kurse im oberen Marktsegment zu stützen. Dieser Rettungsversuch ist nach anfänglichen Erfolgen letztlich gescheitert an den zunehmend massiver werdenden Widerständen durch die Verkäuferseite, die selbst bei massiverem Krediteinsatz nicht mehr zu überwinden waren.
(3) Während die Nachfrageseite also zunehmend an Boden gegenüber der Angebotsseite verlor, wurden zugleich wegen der verringerten FP-Abstände der Großunternehmen Kapitalherabsetzungen zunehmend unrentabler, es versiegte also neben dem primären auch der sekundäre Markt.
(4) Die Spreizung der Unternehmensgrößen ist nach wie vor problematisch, auch wenn sich die Lage im Vergleich zum Vorjahr schon etwas entspannt hat. Dieses Problem war lange Zeit übersehen worden, da die Großunternehmen durch die fortgesetzten KH-Runden kleiner wurden. Wenn dieses Instrument allerdings nicht mehr zur Verfügung steht, bleibt nur eine andere Möglichkeit übrig: Bisher kleinere und mittlere Aktiengesellschaften zu vergrößern.
Am Schnittpunkt dieser Problemzonen stand die Lösung, die wir gewählt haben: Eine breit angelegte, über den ganzen Markt verteilte, massive Kapitalerhöhungs-Runde, die nebenbei bemerkt die nach meiner Kenntnis größte separate Marktoperation der Geschichte darstellt.
Abstrakt gesprochen folgte sie darüber hinaus dem Konzept der „schöpferischen Zerstörung“: Wenn innerhalb bestehender, möglicherweise verkrusteter Strukturen ein Problem nicht mehr abschließend zu lösen ist, dann müssen Strukturen aufgebrochen oder eingerissen werden, um einem dynamischen System wie einem Kapitalmarkt wieder Raum zur weiteren Entwicklung zu verschaffen.
Wir sehen im gesamten Markt fallende Buchwerte und Kurse, viele  haben sie geahnt das so etwas passieren könnte oder haben Sie sogar damit gerechnet und es genau darauf angelegt um später billige KHs durchführen zu können??
Daß nach einer Marktoperation dieser Dimension – wir reden hier von Umsätzen im knapp zweistelligen Milliardenbereich an zwei Börsentagen! – der Markt einige Tage braucht, um die Maßnahmen zu verdauen und eine Richtung zu finden, liegt auf der Hand. Ich würde die Buchwertschwankungen also in ihrer Bedeutung nicht überschätzen. Es sind ganz gewöhnliche Anpassungsreaktionen. Geben wir dem Markt noch ein paar Tage und bilanzieren dann.
Besonders die Aktion „Skyfall“ ist von einigen Personen nicht wirklich positiv aufgenommen eine viel zu große sell Order die keiner bedienen kann, absichtliche Kursdrückerei und Schädigung der Aktionäre sind nur einige Dinge die hierbei gennannt wurden. Was hat Sie zu dieser Aktion bewogen und warum gleich nach der Kombi KE??
Ganz einfach: Es war ein lupenreiner Bluff.
Ihnen wird auch seit Tagen vorgeworfen sie würden gegen offizielle Regeln verstoßen genauer gesagt gegen §1 b. Und nur der Staus als Admin würde sie vor einem Bann bewahren, stimmt das?Würden normale User wegen so einer Aktion gebannt werden??
Über diesen Vorwurf bin ich zum einen amüsiert, weil er so absurd ist, zum andern, weil er sich, noch während er erhoben wurde, schon wieder in Luft auflösen mußte: Während alle gebannt über die Sache stritten und sich beim Ärgern gegenseitig überboten, habe ich die entsprechenden Order – die nicht dazu gedacht waren, gekauft zu werden – gestrichen und zu sehr moderaten Kursen eingekauft. Es war, wenn man so will, ein Leerverkauf.
Weshalb direkt nach der KE-Runde? Zum einen hatte ich Liquiditätsüberschuß, den ich investieren mußte (und ich nicht zu denen gehöre, die am liebsten Bargeld horten); und da man, wie jeder weiß, am besten investiert, wenn das Blut durch die Straßen läuft und die Verzweiflung um sich greift, habe ich das Blut simuliert, um günstig kaufen zu können. Gut für meine Aktionäre – schlecht für alle, die auf einen massiven Markteinbruch gesetzt und dafür Geld bereitgehalten haben. Ich hoffe, aus Fehlern werden wenigstens manche klüger.
Es wurde Ihnen außerdem Vorgeworfen sie hätten um diese KE durchzubringen einer AG mit der Übernahme gedroht stimmt das wollten sie wirklich einen Kritiker so los werden?? Und muss nun jeder der etwas kritisches gegen Sie sagt Angst um seine AG haben??
Der Vorwurf ist nicht nur sachlich unzutreffend, sondern abgefeimt und niederträchtig. Ich wollte eine AG übernehmen, deren Vorstand angekündigt hatte, seine massiven Bargeldbestände (die übrigens zu wesentlichen Teilen aus den Blockaden unserer Kapitalerhöhungen stammten) weiterhin in der Kasse zu behalten und nicht dem Markt zur Verfügung zu stellen. Das war zu diesem Zeitpunkt eine für unsere Operation inakzeptable Maßnahme, dementsprechend habe ich gehandelt und den Vorstand dieser AG vor die Wahl gestellt, entweder das Geld selbst zu investieren oder eine Übernahme zu gewärtigen, die mich in den Besitz seiner Kasse setzt. Und da man Diplomatie am besten mit einem Schwert im Sattel macht, mußte ich mir dazu Schwert und Sattel besorgen.
Die Übernahme selbst hatte folglich weder persönliche noch „politische“, sondern ausschließlich strategische Gründe.
Die Buchwerte, FPs und Kurse fallen bei vielen AGs desweiteren hat der Markt sehr viel Bargeld zur Verfügung wie sehen sie die Zukunft des Marktes wohin geht die Fahrt?
Prognosen sind immer schwierig, insbesondere dann, wenn sie die Zukunft betreffen. Der Markt wird noch einige Tage benötigen, um seine Richtung zu finden. Die sollten wir ihm geben. Völlig richtig bemerken Sie aber, daß einige Unternehmen auf signifikanten Bargeldbeständen sitzen, die sie nun investieren müssen – und was das heißt, liegt auf der Hand, denn wer an der Börse zu spät kommt, den bestraft die Hausse.
Was würden sie Newcomern und kleinen AGs für Tipps geben um in diesem veränderten Markt die richtigen Entscheidungen zu treffen??
Drei Dinge:
1. Mutig sein! – Wenn eine Geschätsgelegenheit da ist, zugreifen!
2. Risiken managen! – Anleihen verschaffen Sicherheit und risikolose Zahlungsströme auch in unseren Zeiten; ein diversifiziertes Depot, das nicht von wenigen, großen Positionen abhängt, sondern auf viele kleinere Schultern verteilt ist, ist eine gute Wahl.
3. Das Hirn nicht am Parketteingang abgeben! – Die Wahrheit an der Börse liegt nicht bei denen, die am lautesten schreien, kritisieren und niedermachen, sondern in den Kontoauszügen.
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*) Vgl.: http://marktinsi.de/opex20/ (beachten: Die gewaltige Hausse von 850 Punkten auf 1980 Punkte!)