Monatliche Archive: Juli 2015

Indexgründungsboom – Gut oder schlecht für das Spiel ?

Derzeit werden unzählige neue Indizes gegründet und sprießen wie Pilze aus dem Boden nach einem warmen Regen. Was soll man davon halten, wie die Situation bewerten: ein Index eignet sich hervorragend zum Austausch von Wissen zwischen Spielern, zur gemeinsamen Einflussnahme am Markt, oder einfach nur um sich zu unterhalten.

Generell befürworte ich die Bestreben junger AGs sich zusammenzuschließen und gemeinsam den Markt unsicher zu machen. Gerade in der Anfangszeit ist es vorteilhaft ein Forum für seine Fragen und Anmerkungen zu finden – auch außerhalb der gut funktionierenden und hilfreichen Spielergemeinschaft. Jedoch sollte man aufpassen, dass man sich nicht im Klein-Klein verliert. Ein Blick auf die Indexhighscores offenbart: Indizes mit einem oder zwei Mitgliedern, Aktenleichen, die gegründet werden, weil die Namen schön klingen – der Sinn (Austausch und Hilfe) sind jedoch verfehlt. Es sei denn man führt als Autodidakt gerne Monologe.

Mein Aufruf an die verschiedenen Aktiengesellschaften in kleinen Indizes, an Newcomer und alte Hasen: schließt euch einem Index an, überlegt, ob ihr nicht eure Indizes zusammenlegen könnt, wie es der EMX gerade gemacht hat. Wenn wir eine blühende Indexlandschaft haben, in der sich verschiedene Parteien zu Wort melden und ihre verschiedenen Ansichten kundtun, dann wird in meinen Augen das AG-Spiel noch attraktiver, als es jetzt schon ist.

Wettert nicht gegen die „Großen“, werdet selber aktiv. Schließt euch zusammen, tauscht euch aus und knüpft eventuell neue Freundschaften durch das AG-Spiel. Aber bitte nehmt Distanz von der Gründungsinflation neuer Indizes. Mischt erfahrene Spieler und Newcomer und alle werden von dem Wissensaustausch profitieren.

Das Vermächtnis eines Betrügers

Hermaeus Mora

Das auf unserem AG-Spiel-Parkett mit harten Bandagen gekämpft wird ist kein Geheimnis. Harte Verhandlungen, windige Aktionen, das Ausnutzen jeder kleinsten Gelegenheit um Profit zu erwirtschaften, damit erzähle ich euch nichts Neues. Das ist bekannt und gleichermaßen akzeptierte Normalität. Als Normalität könnte man aber auch besonders hartnäckige Spieler und Spielervereinigungen ansehen, die auch nicht davor zurückschrecken aus initiierten Regelverstößen, Betrügereien und Gaunereien im ganz großen Maßstab, Surplus herauszuschlagen. Warum denn auch nicht? Das Regelwerk ist schwammig, öffentliche Kritik daran stellt sich als Sinnlosigkeit dar und niemand Offizielles bemüht sich wirklich darum es zu verbessern. Eher das Gegenteil ist der Fall. Wer lange genug dabei geblieben ist, der fragt sich zurecht ob der formulierte Regeltext nur noch eine Alibifunktion inne hat. Da ist es nur die logische Folge der Dinge, dass sich dort Leute finden, welche diese kriminelle Sparte bedienen und diese an sich leichte Übung in dreister Höchstform und Perfektion umsetzen. Außerdem könnte der Zeitpunkt gerade nicht besser sein. Alle sind abgelenkt, weil das System des Spiels in fast allen Facetten grundlegend im Chaos liegt. Einen besseren Deckmantel für illegale Aktivitäten gibt es gar nicht. Das dachten sich wohl auch einige Mitglieder der Gummibärenbande.

Aber gehen wir die Sache nacheinander an und rufen wir uns wieder einmal den zeitlichen Ablauf ins Gedächtnis. Was war geschehen? Alles begann damit, dass ein alter Bekannter seinen Weg zurück an die AG-Spiel-Börse fand. Husky, der Monate vorher nicht wenig unrühmlich das Spielfeld verlassen musste, meldete sich am 21.04.2015 wieder zurück. Alle Erfahrungen mit ihm aus der Vergangenheit gerieten blitzartig in Vergessenheit und man hätte wirklich meinen können, dass der Heiland auf die Erde zurückgekehrt war, einen zweiten Versuch zu starten. Wenig später stand auch wieder Husky Investment (WKN 131046) auf der AG. Diese Bezeichnung wurde zusätzlich noch durch ein hübsches neues Logo aufgewertet. Wie das nun einmal so üblich ist, löste die Rückkehr eine gewaltige Nachfrage nach seinen Aktien aus. Man hieß ihn willkommen und legte zum versöhnlichen Bruderkuss an! So war es natürlich nicht verwunderlich, dass der Kurs seiner AG schnell auf circa das Siebenfache des FP-Wertes anstieg. Eine Vielzahl von Marktteilnehmern meinte da Profit zu riechen und das war beim Weiterverkauf der Aktien wohl auch der Fall. Das darauf mehrere Kapitalmaßnahmen seitens Husky folgten, mit der er seiner AG einen saftigen Wertzuwachs von ungefähr 100 Mio Euro bescherte, stellte nur noch die logische Folgereaktion dar.

Der Markt war geblendet von der Schönheit des Schlittenhundes. Die utopischen Erwartungen schienen auf einmal erfüllbar. Besonders Malte, CEO der Melzer Holding Corp. (WKN 106505) fühlte sich angezogen. Das zeigte er in dem er absolut überteuert und im riesigen Richtwert Huskys Aktien einsammelte und somit zu dessen Großaktionär wurde. Satte 42,9% nannte er nun sein Eigentum. Stille Beobachter des Marktes ahnten da schon. Die Wahrscheinlichkeit das etwas schief gehen würde erhöhte sich. Gewinnorientiert war hier auch der beste Zeitpunkt bei Husky auszusteigen, denn es gab im Grunde zwei erhebliche Anzeichen die gegen das Szenario der rosaroten Brille sprachen. Den ersten Fakt stellte die Tatsache, dass er mit seiner ersten AG nicht besonders positiv aufgefallen war. Skeptiker behielten ihn als bösen Jungen im Hinterkopf. Es gab auch keinerlei Grund anzunehmen, dass bei ihm eine Besserung stattgefunden hatte. Wie auch, denn schließlich gab es bisher noch wenig Gelegenheit dies unter Beweis zu stellen? Zwar konnte man ihm schon eine gewinnbestrebte Bemühung attestieren, aber der Stil zeugte eher von Wechselseitigkeit und Ungeduld, welche wiederum durch seinen unschönen, ersteren Ausstieg unterstrichen wurde. Der zweite Punkt beruht auf der Beobachtung seiner Aktivitäten mit seiner aktuellen AG. In Bezug auf die Nutzung der ihm zur Verfügung stehenden Mittel, erwies sich deren Einsatz oft als nicht gerade solider, sondern eher riskanter Natur. Da ist es nicht verwunderlich, dass einige kleinere Verlustgeschäfte entstanden und das Wachstum aus Handel eher mäßigen Erfolg verkündete. Folglich war ab diesem Zeitpunkt eigentlich klar, dass die Vorausnahme unangebracht war und die Aussicht seiner AG nüchterner betrachtet werden musste, denn im besten Falle wäre eine eher schlechtere Performance zu erwarten gewesen.

Der beste Fall blieb allerdings aus und die Sache entwickelte sich schlagartig zum „Worst-Case-Szenario“. Nocthor, CEO der gleichnamigen AG Nocthor Chemistry (WKN 123640) und führendes Mitglied der Gummibärenbande, startete eine Kapitalerhöhung zu genau 100 Mio Euro. Diese wurde am 25.06.2015 von Husky unter Zuhilfenahme massiver Kreditaufnahme in Höhe von 38 Mio völlig überteuert bedient. Die Folge war, dass sich der FP von Husky über Nacht plötzlich um mehr als die Hälfte verringerte. Die Strafe für Husky folgte auf den Fuß. Nicht überraschend wurde er für seine Handlungen gesperrt. Das war es dann! Mission erfüllt! Haken dran!

Das unliebsame Problem an der Geschichte ist aber, dass die vorsätzliche Geldvernichtung von Husky einen planmäßigen und indexübergreifenden Charakter inne hatte, der nicht nur ihn selbst betraf, sondern ihn nicht einmal profitieren ließ. Allein schon durch die Begünstigung seines Indexkollegen Nocthor, in dem seine Kapitalerhöhung bedient wurde, deutet auf übergreifende Planung hin. Nocthor ist ja auf dem Parkett auch kein Unbekannter und man traut ihm in der Hinsicht sicherlich einiges zu. Ebenso zeigt das wohlwissentliche Verschieben von Aktien anderer Mitglieder des Index aus Husky seinem Besitz in sichere Depots, dass da wohl keine spontane Aktion dahinter steckte. Die Sperrung von Husky Investment (WKN 131046) ist somit höchst wahrscheinlich ein klar einkalkulierter Faktor, der aber so für den Hauptbegünstigten Nocthor keinerlei Rolle spielt. Das bedeutet in der Folge, dass er die 100 Mio eigentlich nicht behalten dürfte und die alleinige Sanktion gegen Husky keinen Sinn ergibt, da dessen Verlust für den Plan egal ist. Im Grunde müsste es auch Konsequenzen für Nocthor geben. Das Schlupfloch ergibt sich aber in der passiven Natur seines Parts. Wohlwollend ausgelegt bieten sich keinerlei Beweise, dass Husky dies nicht im alleinigen Gang durchgeführt habe und Nocthor nur rein zufällig der Begünstigte dieses Vorgangs ist. Somit bleibt er unbehelligt und zieht seinen Kopf geschickt aus der Schlinge.

Es stellt sich die Frage, wie einfach es noch sein kann zu betrügen? Jenes Vorgehen ist 1 zu 1 kopierbar. Alles was man benötigt ist ein Opferlamm, welches auf die Trommeln schlägt und den Markt infiziert. Dann muss man nur noch aufblasen und schmeißt den Wert der AG dann dort hin wo es hin soll, nämlich zum Begünstigten. Weitreichende Folgen sind nicht zu erwarten, was dieser Fall ja hier wieder einmal beweist. Das ist ziemlich enttäuschend. Zwar wäre es vermessen einen Nocthor in einem Indizienverfahren aus dem Spiel zu werfen, durchführbar wäre aber ihm den unrechtmäßigen Vorteil wieder abzunehmen. Schließlich sollte ein regeltreuer Spieler ja erpicht sein, dass die Regeln eingehalten werden. Demzufolge müsste er es ablehnen aus so einer unsauberen Angelegenheit seinen Nutzen zu ziehen, was wiederum die Rückgabe bestärken würden.

Sei es drum, diese Problematik steht schon sehr lange im Raum und man kann nicht damit rechnen, dass sich dieses Schlupfloch sobald schließt. Im Endeffekt wird es so aussehen, dass nichts weiteres geschehen wird. Da kann man jeder Person, die das schnelle Geld will nur raten diese Schwäche ind er praktischen Anwendung der Regeln uneingeschränkt auszunutzen. Denn wenn es nicht verboten ist und keinerlei Strafe droht, dann ist es folglich erlaubt und damit recht. Also tun wir es, das lehrt uns der Fall ja.

Übrig bleibt jetzt noch die Scherben zusammenzukehren, denn auch da sind noch Profite zu erwarten. Mit der bevorstehenden Liquidation von Husky Investment (WKN 131046) stehen erhebliche Anteile von Nocthor zur Disposition. Die Zwangsveräußerung wird wohl auf Grund des akuten Bargeldmangels, der zur Zeit von der OPEC verursacht wird, enorm gedrückt werden. Das bedeutet es steht in baldiger Zukunft ein recht großes Schnäppchen ins Haus. Zudem hat man auch noch die Möglichkeit sich an jemandem zu beteiligen, der hinter den Kulissen zum Don avanciert und mit Sicherheit kein Problem damit hat auch in Zukunft wieder zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Das natürlich rein zufällig.

Abschließend hoffe ich mal das Malte etwas gelernt hat. Der darf sich jetzt nämlich, wie in der allseits beliebten Fernsehserie, ala Herzog Sigmund Igzorn auf Schloss Drekmoor zurückziehen. Dort kann er dann unter wüsten Verfluchungen gegenüber der Gummibärenbande seinen treuen Lakai Toadward gegen die nächstbeste Wand klatschen. Nimm ihn nicht so hart ran, es war alleine deine Schuld und du hättest es besser wissen müssen.