In nachfolgendem Interview diskutiere ich mit meinen hochkarätigen Gästen Equalizer, Augur, SxNemesissx und HerrMadoff die Ergebnisse der Umfrage zum Thema „AGS und seine Indexlandschaft“ und sie gehen dabei nicht nur einigen Zahlen auf den Grund, sondern versuchen auch punktuell Vorschläge und Lösungsansätze herauszuarbeiten. Viel Spaß beim Lesen!

Dominik: Guten Morgen, freut mich dass es geklappt hat!

Dann fangen wir gleich an: Die Auslastung der Indizes liegt im Durchschnitt nur bei knapp 60% – sollten Indizes deshalb zusammengelegt werden und falls ja, wie könnte man das hierfür notwendige Interesse schaffen? Ist der Vorschlag die Zahl der Indexplätze zu erhöhen in diesem Licht überhaupt sinnvoll?  

Herr Madoff:  Als erstes sollte immer bedacht werden, dass jeder Index individuell und eigenständig ist. Jeder Index hat sein eigenes Konzept und Spielstrategie und ist somit einzigartig. Betrachtet man die Top 35 beträgt die Mitgliederanzahl zwischen 10 – 15 Mitglieder. Alle weiteren Indizes haben eine Mitgliederanzahl zwischen 1 – 8 Mitglieder.

Eine Zusammenlegung der Indizes kann bei denen Sinn machen, welche unter 10 Mitglieder haben. Dazu müssen aber die Indexleiter aktiv werden und Gespräche suchen. Ansonsten halte ich eine Zusammenlegung aus den oben genannten Gründen nicht für sinnvoll. Eine Erhöhung der Indexplätze sehe ich auch kritisch, da die derzeitigen Maximalplätze von 15 Mitgliedern vollkommen ausreichen.

Auch sollte man bedenken, wenn es zu einer Zusammenlegung kommen sollte, dass auch die unterschiedlichen Spielercharakter zusammen passen müssen. Was nützt es einem, wenn die Chemie nach der Zusammenlegung untereinander nicht funktioniert und man sich am Ende zofft?

Augur: Indices sind unterschiedlich und zwar unterscheiden sich die Persönlichkeiten, Strategien, Spieltypen und diejenigen Dinge, die man indexintern für erstrebenswert hält. Dies sollte erhalten bleiben, da so für möglichst viele Spielertypen ein passender Index gefunden werden kann.

SxNemesisSx: Also die Zahl der Plätze zu erhöhen, wäre nicht direkt sinnvoll, es gäbe aber Möglichkeiten individuell zu entscheiden wie viele Mitglieder maximal beitreten können, dies müsste man bei der Gründung festlegen, sprich zwischen 5 und xx.

Das heißt Augur, du bist für eine möglichst große Zahl an Indizes?

Augur: Nicht direkt, ich denke, es gibt ein Equilibrium. Wo dieses liegt, ist womöglich Ermessenssache und abhängig von der Spielerzahl, bei 2000 Spielern ist es z.B. einfacher 15 Slots, für sagen wir mal, 30 Indices zu füllen. Hat man nun einen halb so großen Spielerpool wird es schwieriger diese 30 Indices zu füllen.

Aber tendenziell würdest du einen volleren Index anstreben bzw. einem nicht so vollen vorziehen?

Augur: Ja das würde ich. Je mehr Leute in einem Index sind, umso mehr Ideen kursieren. Dementsprechend gibts einen größeren Nährboden für Inspirationen und meist auch eine größere Konzentration an Kapital und damit auch Macht um seine (gemeinsamen) Interessen durchzusetzen.

SxNemesisSx: Hier würde ich mich nicht mal festlegen, beiderseits hat es Vor- und Nachteile, bei den Kleinen ist der Zwang nicht so gegeben, wobei man bei den Großen – auch wenn nicht direkt – doch eher in Zugzwang geraten kann. Hier spielt die Gemeinschaft eine große Rolle, je nach Interessen kann ein kleiner Index doch besser agieren als wenn die Mitgliederzahl enorm ist.

Equalizer: Die Grenze von 15 halte ich für überholt. Notwendig ist sie ja nur, weil die Anzahl der Mitglieder relevant für die Indexhighscoreberechnung ist. Bis auf einige Spieler sind meines Kenntnisstandes nach die wenigsten auf die Highscoreplätze fokussiert. Eine komplette Öffnung nach oben wäre mMn notwendig. Vor allem eben auch um dann solche Zweitindizes zu vermeiden, die einerseits selten voll sind und andererseits den Mitgliedern des Zweitindizes ein Gefühl der Zweitklassigkeit geben.

SxNemesisSx: Hier verweise ich nochmal auf meine oben genannten Aussagen, „open end“ halte ich nicht für sinnvoll, aber die Entscheidungsmöglichkeit, wie viele Mitglieder man anstrebt, sollte man selbst wählen können, je nach Interesse, die Berechnung für den Highscoreplatz könnte man auch wenn dann sehr aufwendig über das Verhältnis errechnen. Wichtig ist aber dass eine einmal festgelegte Zahl nicht änderbar ist, wenn dann müsste man den Index neu Gründen/Formieren.

Das heißt, wenn durch eine Öffnung der Mitgliederzahl diese bei einzelnen Indizes sehr nach oben geht, siehst du ein weiteres Absinken der Zahl der volleren Indizes als unproblematisch, Equa?

Equalizer: Richtig. Es wird dann so viele Indizes geben, wie die Spieler es tatsächlich ihrem Spielstil nach brauchen. Gezwungene Zweitindizes oder sonstige kleine, die aus Zwang heraus entstehen, weil in den Wunschindizes nichts frei ist, sollte es dann zumindest sehr viel weniger geben.

Augur: Den Vorschlag von Equa begrüße ich btw, ich denke, was das Spiel braucht, ist mehr Flexibilität und das in möglichst vielen Belangen. Wenn ein Index 30 Spieler unter einem Dach bringen will, sollen sie es tun. Wenn einer mit fünf Spielern zufrieden ist, warum nicht? Ich vermute, nach oben hin gibt es ohnehin einen Grenzwert, bei dem der Spagat zwischen Vertrauen, Organisation und Kommunikation schwierig wird, da es dann schwieriger wird, alle Indexkollegen wirklich kennenzulernen.

Equalizer: Volle Zustimmung.

Dann weiter zum nächsten Punkt. Da ja vor allem Augur meinte, größere Indizes seien wünschenswert, würde mich interessieren, ob ihr/er Möglichkeiten sieht, wie man kleinere Indizes in Teilen motivieren könnte, sich größeren anzuschließen und, ob das überhaupt ein Ziel ist?

Augur: Ich weiß nicht, ob man kleinere Indices überhaupt dazu bringen muss, sich größeren Indices anzuschließen, da womöglich die Interessen der Spieler in diesen Indices gar nicht besser verwirklicht werden würden. Ich fühle mich persönlich in meinem Index sehr wohl und obwohl es nicht schlecht wäre, voll ausgelastet zu sein, ist dies ja vorrangig für die Highscoreplätze und Premiumtage relevant. Letztere reizen mich mehr als die Chartplatzierung, aber auch ohne Premium lässt sich das Spiel erfolgreich spielen.
Wie man nun kleine Indices überzeugen könnte, sich anderen anzuschließen – nun ich glaube, über indexübergreifenden Kontakt muss zunächst eine Vertrauensbasis geschaffen werden, die ein Fundament sein kann, für nähere Zusammenarbeit und da sollten vielleicht größere Indices Initiative zeigen, sofern überhaupt Interesse besteht Spieler aufzunehmen. Da ich mir vorstellen könnte, dass es nicht leicht ist für kleinere Indicies auf alteingesessene, renommierte Indices zuzugehen und nachzufragen, ob man sich denen anschließen darf. Gäbe es keine obere Schranke für die Mitgliederanzahl in einem Index, würden vielleicht auch bereits ausgelastete Indices Spieler aufnehmen.

Besonders hohe Akzeptanz/Zufriedenheit mit niedriger Aktivität herrscht in Indizes mit nur 1-7 Spielern, wäre dieser Ausfluss der Indexvielfalt bei Zusammenlegungen nicht gefährdet?

Equalizer: Dazu müsste es eine Zusammenlegung geben. Wie oben erwähnt denke ich aber, dass eine Öffnung der Mitgliederzahl zwar zu einer Reduktion der Indexanzahl führt, aber vor allem unnötige Zweit- oder Ersatzindizes verschwinden. Spieler in einem Index, die zufrieden sind und der klein ist, werden das dann auch wohl kaum aufgeben, sofern kein Zwang besteht.

 

Dann kommen wir nun zum Thema Akquise: Über 50% der Befragten (vor allem je kleiner der Index ist) sehen die Akquise als eher oder sehr schwierig an, rund 90% der Spieler fänden es mindestens eher schwierig ihren aktuellen Index zu verlassen, wie sollten aktive Indizes, die sich um aktive Mitglieder bemühen ihre Akquise anlegen?

Equalizer: Wie bereits hier erwähnt wurde, machen vor allem gemeinsame Aktionen das Indexleben aus. Erfolgreiche sind umso besser, aber die Hauptsache ist, dass etwas getan wird. So waren ja vor allem Indizes erfolgreich, welche sich entweder abgesetzt haben von anderen (keine KEs, KE-Wellen, koordinierte Übernahmen etc.). Im momentanen Umfeld halte ich das aber für weiterhin schwierig, da die Reglementierung eher immer mehr zu als abnimmt und das natürlich Spieler schützt, aber Flexibilität und Möglichkeiten nimmt. Und damit auch Indizes Möglichkeiten, etwas zu planen und durchzuführen und somit auf sich aufmerksam zu machen.

85% der Befragten, denken nicht, dass sie sich in einem anderen Index wohler fühlen würden. Doch was macht überhaupt einen guten Index aus und haben wir ausreichend gute Indizes?

Herr Madoff: Ein Index ist wie ein zu Hause, wo man sich wohlfühlen sollte. Es geht um Vertrauen, Zusammenarbeit, Strategie, Ziele, Motivation, Austausch untereinander, Zusammenhalt usw. Oftmals ist es so, dass starre Regeln auferlegt werden und die freie Entfaltung der einzelnen Mitglieder unterdrückt wird und diese somit keinerlei Erfahrung mit gewissen Features erlangen. Vielmehr ist es wichtig, dass man sich gegenseitig unterstützt und mit Rat und Tat zur Seite steht und die einzelnen Spieler eigene Erfahrungen sammeln lässt, damit diese sich weiterentwickeln können.

SxNemesisSx: Stimme ich voll und ganz zu.

Dazu muss ich sagen, es gibt doch einige Indizes, die man als sehr gut bezeichnen kann, und je nach Interessen kann man diese auch als heimisch bezeichnen. Aber das muss jeder für sich entscheiden, der Gedanke man fühle sich in einen anderen Index nicht wohl, halte ich für (ich drücke es mal milde aus) unsinnig, man kann nichts beurteilen, wenn man die Erfahrung nicht gemacht hat, außerdem entwickelt man sich immer weiter, auch Interessen können sich ändern.

Welche Maßnahmen sollte/könnte ein Index setzen um sein Image zu verbessern, um sich dadurch die Akquise zu erleichtern?

Herr Madoff: Bei einem Index sollte auch eine Art Handschrift zu erkennen sein, denn damit kann man auch erkennen, wie gut die einzelnen Mitglieder mit ihren unterschiedlichen Strategien ihre AG führen, was zu mehr Vertrauen führt. Des Weiteren sollte jeder Index eine Indexbeschreibung haben, damit jeder Spieler sich ein erstes Bild über den Index machen kann. Informationsartikel in der Zeitung können den Bekanntheitsgrad auch steigern und neue Mitglieder auf den Index aufmerksam machen.

Neue Mitglieder müssen auch zu 100% in den Index passen. Die Indexleiter sind dafür zuständig, neue potentielle Mitglieder vorzuschlagen und mit den Mitgliedern zu besprechen, ob diese in den Index passen. Gleiches gilt bei einer Indexbewerbung.

Ich finde es kommt garnicht so sehr darauf an, in welchem Index man ist. Oftmals ist es doch so, dass man sich per PN austauscht und darüber in Kontakt steht und Handel betreibt.

Equalizer: Dem ist nichts hinzuzufügen.

SxNemesisSx: Sehe ich auch so

 

Ein weiteres Thema war, wie wichtig die Stellung der Indizes im Gesamtzusammenhang des AGS ist – in wie weit tragen Indizes überhaupt eine Gesamtverantwortung für das Spiel? (Stichworte: NC-Ausbildung, Community-Zusammenhalt, die alten Hasen motivieren,…)

SxNemesisSx: Speziell die NC-Ausbildung halte ich für wichtig, da so neue Spieler nicht nur lernen und Erfahrung sammeln, sondern so erkennen sie auch gleich, trotz großer Missgunst im Chat, dass dennoch die Community sehr nett und extrem hilfsbereit ist, klar gibt es schwarze Schafe hier und da, aber auch die gehören dazu.

Equalizer: Die Indizes sind wohl das Rückgrat des Spiels. Ohne sie wäre persönlicher Kontakt ja noch eingeschränkter und auch für viele inaktive Spieler (wie mich) sind sie ein gutes Mittel um trotzdem “am Ball” zu bleiben und den Anschluss nicht zu verlieren. Ohne sie und solche Projekte würde es sicherlich noch viel düsterer aussehen.

Denkst du sollte mehr getan werden um diese Verantwortung, als wie du es beschreibst “Rückgrat des Spiels” zu würdigen?

Equalizer: Ein Aspekt sind ja zumindest die Premiumtage. Aber anstatt einer Würdigung würde ich eher mehr Möglichkeiten für einen Index begrüßen. Sprich, Ansätze, um im Index das Kapital koordinierter arbeiten zu lassen. Eine Indexkasse wird hier ja immer wieder vorgeschlagen, aber wegen Missbrauchsrisiko leider immer wieder abgelehnt.

SxNemesisSx: Hier stimme ich Equalizer zu. Es sollte weit aus mehr Features für die Indizes geben, somit wird auch der Spaß-und Strategie Faktor verstärkt.

 

Nun zum letzten Themenbereich – den Highscores: Über 50% der Spieler empfinden den Highscore als unwichtig und damit einhergehend stellt sich auch die Frage, in wie weit ein Wettbewerb zwischen den Indizes besteht. Ist es ein funktionierender Wettbewerb bzw. braucht es diesen im Bereich der Indizes überhaupt?

Augur: Meines Erachtens ist ein funktionierender Wettbewerb zwischen Indices einer der Aspekte im AGS, die das Spiel lebendig machen. Dabei sehe ich den Highscore aber nicht als Maßstab an dem man sich messen kann. Für mich ist der Wettstreit der Ideen viel spannender: Wer kann den Markt am meisten/besten/klügsten beeinflussen? Wer reißt die spektakulärsten Aktionen und erwirtschaftet mit der nötigen Kreativität das meiste Geld? Um die Indices ist es ruhig geworden, während zum Beispiel die OPEC unter Dahls Führung damals Aktionen am laufenden Fließband gerissen hat, auf die, die BRIC und andere mehr oder weniger heftig reagiert haben, gibt es solche Aktionen kaum noch. Das hat für einen Verlust von Spannung im Spiel geführt.

SxNemesisSx: Auch wenn ich zu denen gehöre, die sich nichts aus dem Highscore machen, halte ich den Wettbewerb doch für sehr wichtig, weil eben durch diese oben genannten Aktionen nicht nur Leben in das Spiel kam, sondern der gesamte Markt sich gewendet hat, jeder wollte plötzlich was vom Kuchen haben, es gab mehrere Diskussionen/Streitereien im Chat, es haben sich neue Fraktionen/Indizes gebildet, einige haben sich sogar neue Ziele gesetzt um etwas zu beweisen etc. 

Ohne einen lebenden Wettbewerb wird alles nur noch zum Trott und der Spaßfaktor leidet auch sehr darunter.

Seht ihr irgendwelche Möglichkeiten solche Aktionen wieder zu fördern bzw. im Allgemeinen die Motivation der Spieler in jemals aktiven Indizes wieder zu erhöhen?

Augur: Vermutlich wird es nie wieder Aktionen in der Form geben, da die Reglementierung im AGS nach einer Vielzahl von Beschwerden zugenommen hat und Furcht vor Bestrafung ist fürchterlich für Kreativität. Einige Entscheidungen der Administrative sind für den ein oder anderen unverständlich gewesen und wer sich einmal die Finger verbrannt hat, wird sich hüten, dies ein zweites Mal zu tun.
Wenn jedoch ein paar Spieler sich zusammentun und unabhängig von der darauffolgenden öffentlichen Schelte ein Moment im AGS kreieren, würde ich es  begrüßen.

SxNemesisSx: Ich fühle mit dir Augur.

Welche Möglichkeiten gibt es im Allgemeinen die Zusammenarbeit und/oder den sportlichen Wettbewerb zwischen Indizes zu erhöhen?

Equalizer: Hier nur kurz mein Hinweis auf oben. Der Indexhighscore ist mMn überflüssig und einschränkend hinsichtlich der Mitgliederanzahl. Eine Fokussierung auf andere Werte, wie gewichtete Aktivität oder gewichtete BW/FP Steigerung halte ich für sinnvoller, da dazu dann die Indizes auch geöffnet werden können. Außerdem wäre so etwas wohl auch aussagekräftiger für die meisten Spieler.

Augur: Ich kann dem Indexhighscore ebenfalls nichts abgewinnen, er spiegelt für mich weder das spielerische Können des Index wieder, noch gibt es durch eine höhere Platzierung deutlich Vorteile. Würden gewichtete Parameter, wie die von Equa erwähnten benutzt, wäre die Aussagekraft der Indexplatzierung deutlich höher.

Sehr fein, dann danke ich euch für eure Zeit und für das gemeinsame Gespräch. Ich würde mich sehr freuen euch alle bei anderer Gelegenheit wieder im MM begrüßen zu dürfen. 


Anmerkung der Redaktion: Es handelte sich bei dieser Art der Gesprächsfühung, einer Diskussion wo alle Anwesenden gleichzeitig dabei sind und direkt replizieren können um ein kleines Experiment. Das Ergebnis hat sowohl Vor- als auch Nachteile dieser Art der Gesprächsführung aufgezeigt, wir bitten daher um Verständnis für selbige! 


Nächster Artikel der Serie: Das AGS und seine Indexlandschaft – Kolumne „Puffin at work“

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