In diesem Teil der Serie werden die Ergebnisse meiner Indexumfrage zu dem Thema in aufbereiteter Form präsentiert und einige sich daraus ableitende Trends besprochen.

Vorbemerkungen:

Die Umfrage selbst, alle Ergebnisse der Umfrage und die zu Grunde liegenden Fragen sind öffentlich hier einsehbar. Es handelt sich um keine repräsentative Umfrage, n=110 . Der Artikel ist zwischen 16. und 25.2. entstanden, aus diesem Zeitraum stammen auch die Daten, die nicht aus der Umfrage sind. Die Daten der Umfrage wurden erhoben, in dem der Link an alle Indexleiter versendet wurde mit der Bitte diese im Index zu teilen. Diese Nachricht wurde von 95% der Indexleiter gelesen. 

Das Kernthema der Umfrage ist gewesen, ob sich Trends erkennen lassen, in wie weit sich die Größe des Index auf die Einstellung zu bestimmten Themen und Fragen auswirkt. Der Artikel ist so aufgebaut, dass ich zuerst zu jedem Punkt die allgemeinen Ergebnisse präsentiere und dann ggf. interessante Detail iSd. Kernthemas bearbeite – ihr könnt euch also auch speziell jene Themen raussuchen, die euch besonders interessieren.

Aus Gründen des Umfangs kann nicht auf alle Anmerkungen und Kommentare eingegangen werden, ein Gutteil wird aber im nächsten Teil dieser Serie aufgegriffen werden. 


Aus den vollen (14-15 Mitglieder) Indizes haben 18,17% der Mitglieder an der Umfrage teilgenommen, aus den mindestens halbvollen ( 8-13 Mitgliedern) Indizes waren es 15%, aus der letzten Gruppe der nicht halbvollen (1-7 Mitglieder) haben 20,5% der Mitglieder teilgenommen.

Präferenz größerer oder kleinerer Index:

Kurz zusammengefasst lässt sich sagen, dass 3/4 aller Teilnehmenden mit der Größe ihres Index zufrieden (61,8%) sind bzw. wenn der Index voll ist, nicht lieber in einem kleineren Index wären (16,4%). 17,3% der Befragten wären lieber in einem größeren Index, 4,5% lieber in einem Kleineren.

Alle Spieler, die lieber in einem kleineren Index sein wollen sind momentan in einem vollen Index (14+). Jene Spieler, die lieber in einem größeren sein wollen setzen sich wie folgt (siehe Grafik) zusammen. Interessant ist, dass nur einer der Befragten, der lieber in einem größeren Index wäre aktuell in einem sehr aktiven Index (Punkt: Aktivität) ist.

 

Interessant ist auch, dass der Wunsch in einen leereren oder volleren Index zu wechseln nicht mit der Zufriedenheit bzgl. der Aktivität im aktuellen Index korreliert. Nur ca. 47% jener Spieler, die lieber in einem größeren Index wären, glauben dass es ihnen dort besser gefiele, 100% der Spieler denen ein kleiner Index lieber wäre glauben nicht, dass es ihnen dort allgemein besser gefallen würde. 47% der Spieler, denen ein größerer Index lieber wäre, sehen die Highscoreplatzierung als wichtig an, im Durchschnitt war die Highscoreplatzierung 40% der Abstimmenden wichtig.

Das Gesamtbild der Ergebnisse kann man auch so interpretieren, dass Spieler in volleren Indizes denken, dass sich Negatives in kleineren Indizes bessern würde, wohingegen Spieler in kleineren Indizes dies von einem „Leben“ in einem volleren Index denken.

Einschätzung der Aktivität im eigenen Index

Zu diesem Punkt gibt es allgemein relativ wenig zu sagen, außer dass die Definitionen von kaum bis sehr aktiv natürlich subjektiv nach meinen persönlichen Erfahrungen festgelegt worden sind, die Einschätzung kann jeder für sich anders treffen.

Bemerkenswert ist, dass weniger als 5% der Befragten ihren Index als nicht aktiv einschätzen. Spannend ist, dass 80% jener Personen, die ihren Index als nicht aktiv sehen damit zufrieden sind und aus einem Index mit 1-7 Personen kommen.

Die Aufschlüsselung der Aktivität nach Mitgliederanzahl ergibt folgendes Bild:

Errechnet man aus diesen Ergebnissen einen durchschnittlichen Aktivitätswert (Prozentsatz sehr aktiv *5, Prozentsatz eher aktiv *4,…) dann ergeben sich folgende Werte:

  • 14-15 Spieler : 3,9
  • 8-13 Spieler: 3,5
  • 1-7 Spieler: 2,93

Das heißt, dass Spieler aus volleren Indizes ihren Index iSd. Beteiligung im Index als aktiver einschätzen.

Zufriedenheit mit der Aktivität im Index

Knappe 80% der mit der Aktivität nicht zufriedenen Spieler sind in einem Index, den sie selbst als nicht bis wenig aktiv einschätzen, kein Spieler der in einem sehr aktiven Index ist, ist mit der Aktivität unzufrieden. Daraus kann man ableiten, dass die Zufriedenheit wohl für eine Mehrheit mit der Aktivität steigt, erwähnenswert ist aber, dass dies nicht immer proportional ist, wie folgende Tabelle zeigt

So sind in Indizes mit 8-13 Spielern überdurchschnittlich viele Mitglieder mit der geringen Aktivität unzufrieden, wohingegen in Indizes mit 1-7 Spielern, überdurchschnittlich viele Spieler im Verhältnis zur geringeren Aktivität mit dieser zufrieden sind. Daraus könnte man auch ableiten, dass tendenziell Spielern in größeren Indizes eine höhere Aktivität allgemein wichtiger ist.

Das Wohlerfühlen in einem anderen Index

Nun folgt ein kurzer aber wie ich finde für die meisten Indizes sehr positiver Punkt: Fast 85% aller Abstimmenden haben angegeben, dass sie sich in einem anderen Index NICHT wohler fühlen würden. Dies wird auch durch das später näher erläuterte Ergebnis untermauert, dass es für 90% der Teilnehmenden eher schwer bis gar nicht vorstellbar wäre ihren Index zu verlassen.

Genauer aufgeschlüsselt zeigt sich, dass sich 13,3% der Abstimmenden aus Indizes mit 14+ Spielern und Indizes mit 1-7 Spielern in einem anderen Index wohler fühlen würden, während aus Indizes mit 8-13 Spielern 25% angegeben haben, dass sie sich in einem anderen Index wohler fühlen würden. Auch in diesem Punkt lässt sich ein schwacher Trend erkennen, dass der Gedanke sich woanders wohler zu fühlen negativ mit der Aktivität im eigenen Index korreliert.

Wichtigkeit der Highscoreplatzierung

55% (die einzelnen Kommentare eingerechnet) der Abstimmenden empfinden, die Highscoreplatzierung des Index als nicht wichtig. Einige Abstimmende haben sich nicht eindeutig geäußert, d.h. im Umkehrschluss nur gute 40% empfinden diese als wichtig. Leute, die sie als wichtig empfinden haben als Ziel die TOP 10 und TOP 20 genannt, angemerkt wurde auch, dass es nicht genügend Anreize gibt um die Highscoreplatzierung als wichtig zu empfinden.

Schaut man sich nun die Wichtigkeit des Highscores aufgeteilt nach der Indexgröße an (voll – blau; halbvoll – magenta; nicht halbvoll – lila) ergibt sich das folgende Bild:

Da die Grafik wohl sonst selbsterklärend ist noch 2 weitere interessante Details: 66% jener Spieler, denen die Highscoreplatzierung wichtig ist sehen ihren Index als eher aktiv oder sehr aktiv an, 34% denken ihr Index sein gar nicht bis wenig aktiv. Unter den Spielern, in sehr aktiven Indizes denken knappe 60% dass die Highscoreplatzierung wichtig ist.

Verantwortung und Wertschätzung

Diese Kategorie sollte vor allem die Einstellung jener Personen zu ihrem Index abfragen, die Verantwortung im Index übernommen haben. Das Ergebnis sieht wie folgt aus:

  • 39,5% – übernehmen gerne Verantwortung – Arbeit wird wertgeschätzt
  • 13,2% – übernehmen gerne Verantwortung – kaum Wertschätzung für die Arbeit
  • 4,7% – sehen Verantwortung als notwendiges Übel – 0,9% erfährt keine Wertschätzung
  • 42,5% der Befragten haben keine Verantwortung im Index übernommen.

Positiv ist also, dass knapp 70% derjenigen die Verantwortung inne haben, dies gerne tun und ihre Arbeit auch vom Index wertgeschätzt wird. Ein persönliches Lob auch an dieser Stelle an jene, die ihre Arbeit auch ohne positives Feedback gerne machen.

Auch spannend ist, dass 54% jener Personen, die die Highscoreplatzierung als wichtig empfinden Verantwortung in ihrem Index übernommen haben

Schwierigkeit der Akquise

Auffallend – aber im Gesamtzusammenhang schlüssig – ist, dass eine klare Mehrheit die Akquise neuer Mitglieder als zumindest eher schwierig einschätzt. Bedenkt man aber, dass 85% der Abstimmenden sich in ihrem Index wohl fühlen und 90% ihren Index mehr oder weniger nicht verlassen wollen, zeigt sich dass die Möglichkeiten der Indizes Spieler untereinander abzuwerben eher rar sind und wenn dann eher im Bereich jener Spieler Potential liegt, die nicht in einem Index sind oder/und gerade neu auf den Markt gekommen sind.

Spannend ist auch die Frage, ob die Indexgröße eine Auswirkung darauf hat, als wie schwierig die Akquise empfunden wird – hier zeigt sich folgendes Bild:

*2 Spieler aus den Indizes mit weniger als 7 Mitgliedern gaben an, dass sie nicht nach weiteren Mitgliedern suchen.

Ansonsten zeigt sich hier deutlich, dass die Akquise für die kleineren Indizes wesentlich schwieriger zu sein scheint als für die größeren Indizes. 

Bindung an den Index

Wie schon mehrfach festgehalten, ist die Bindung an den eigenen Index sehr hoch, daher gehen wir hier gleich ins Detail.

Geprüft habe ich ob sich Personen, die gerne Verantwortung im Index übernehmen eher gebunden fühlen, als jene, die keine Verantwortung übernommen haben oder deren Arbeit nicht geschätzt wird. Die Untersuchung hat ergeben, dass die Übernahme von Verantwortung nur verschwindend geringen Einfluss darauf hat, wie sehr sich ein Mitglied an den Index gebunden fühlt. (Auswertung findet sich in den oben verlinkten Daten)

Bei der Frage, ob die Größe des Index Auswirkung auf den Wechselwillen hat, habe ich wieder Punkte errechnet. (% Hohe Bindung *3; % mittlere Bindung *2; % geringe Bindung *1), ergeben hat dies folgendes:

  • große Indizes: 2,64
  • mittlere Indizes: 2,71
  • kleine Indizes: 2,6

Es sind also auch in diesem Bereich keine großen Unterschiede  feststellbar, aber vlt. findet ja noch wer in den Daten einen Punkt, der für die Bindung eher ausschlaggebend ist.

Weitere Kommentare:

  • Mehr Spannung/Wettbewerb & Austausch innerhalb des Index und unterhalb der Indizes erwünscht
  • Ausbau der Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Indizes
  • mehr Anreize außerhalb des Highscores
  • Aufwertung der Bedeutung der Indizes
  • keine zu strengen Auflagen seitens des Index bzgl. des Handels
  • Der Index ist der letzte Grund der Personen an das Spiel bindet / Index ist eine Bereicherung für das Spiel
  • Es fehlt an motivierten Spielern für Indizes

Auch wurde einerseits geschrieben, dass es zu viele Indizes gibt und andererseits, dass man die Indizes größer machen solle bzw. eine hohe Pluralität der Indexlandschaft wichtig sei. Da auch ich diesen Konflikt sehr spannend finde, wird es hierzu im nächsten Teil dieser Serie eine Interviewrunde geben, die sich neben den anderen Kommentaren vor allem diesem Thema widmen wird. 

Schlussbemerkungen:

Ich möchte mich nochmals bei allen Teilnehmern bedanken, die sich die Zeit genommen haben an der Umfrage teilzunehmen und damit diese breite Datengrundlage ermöglicht haben. 

Aus Platz- und auch Zeitmangel konnte ich nicht jeden denkbaren Aspekt und Zusammenhang beleuchten und nicht auf jeden individuellen Kommentar eingehen, wer möchte kann sich aber gerne in den Daten umsehen und seine eigenen Ergebnisse dazu präsentieren. 

Da ich selbst kein Statistiker bin und auch nur rudimentäre Kenntnisse im Erstellen und Auswerten von Umfragen habe, wird diese Auswertung nicht perfekt sein. Ich freue mich sehr über Feedback und ggf. Korrekturen, wenn ich Daten in falsche Zusammenhänge gesetzt haben sollte oder mir ein anderer Fehler unterlaufen ist. Destruktive und herabwürdigende Kommentare werde ich aber konsequent ignorieren. 

Ansonsten freue ich mich sehr über eure Meinung und über eine lebendige Diskussion. 


Nächster Artikel der Serie: Das AGS und seine Indexlandschaft – Diskussion der Ergebnisse

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