Hermaeus Mora

Langeweile ist der natürliche Feind des Spielers. Sobald etwas langweilig wird verliert die Sache an Unterhaltungswert und in der Folge an Spaß. Alle Jahre wieder, immer zur selben Zeit, nämlich ab Sommer, kommt zudem das Sommerloch. Was also tun wenn so gar niemand mehr mit einem handeln möchte, die Sellorders permanent unterboten werden und es immer schwerer wird auf einen grünen Zweig zu kommen? Gute Frage! Aber halt, schieben wir es nicht nur auf das Sommerloch. Das arme Ding kann sich als Sündenbock gar nicht zur Wehr setzen. Also reden wir lieber über die Ursachen, die wahren Schuldigen und die Aussichten.

Die Ursache für den ganzen Schlamassel ist einfach zu finden. Im Grunde haben wir kein Sommerloch, sondern wir befinden uns in einer Art Katerstimmung nach dem Concerto Grosso. Diese Indifferenz ist nicht verwunderlich, denn schließlich kommt in einem „guten“ Konzert, nach einem „furiosen“ Zwischenteil, stets eine ruhige Phase. Der Fehler an dieser Geschichte fällt aber auf, wenn man bemerkt, dass die stehenden Ovationen ausbleiben. Warum wohl? Weil dem Markt aufgefallen ist, dass dem Dirigenten sein Taktstöckchen zu Boden fiel.

Legen wir aber einmal die irreführenden Metaphern zur Seite und gehen wir an die Fakten!
Durch die KE-Welle die von Seitens des OPEC ausgelöst wurde, wanderten Unmengen an Bargeld in die Großen AGs. Diese versäumen es momentan ihr verfügbares Kapital angemessen einzusetzen. Geld was nur herumliegt verzinst sich nicht. Das ist schlecht für diese AGs, da wir hier kaufmännisch von Verlust durch Minderausnutzung der zur Verfügung stehenden Mittel sprechen.
Als ob dies noch nicht schlimm genug wäre führen zudem jene AGs auch noch radikale und unangemessene Selloff-Orders durch und entziehen dem Markt somit noch mehr Geld. Die Folge die sich ergibt ist ein kontinuierlicher Abwärtstrend, der sich wie eine Erdbebenwelle auf die anderen Marktteilnehmer auswirkt.

Aber warum tut man sowas und was ist der Sinn dahinter? Mehrere Millionen Euro unter das Kopfkissen stopfen bringt wirtschaftlich rein gar nichts, sondern ist über die Zeit Verlust! Je länger dieser Status also stehen bleibt umso höher wird der Verlust. Verkäufe weit unter sinnigen Werten ist ebenfalls Verlust, da keine Notwendigkeit zur Geldbeschaffung besteht, weil genügend Kapital zur Verfügung steht.

So gesehen ergibt die ganze großangelegte Operation Concerto Grosso keinen Sinn mehr für die Initiatoren, da wirtschaftlicher, geldwerter Gewinn ausbleibt. Nutzen haben nur noch jene Leute, die sich teuer eine Kapitalerhöhung bezahlen ließen. Abenteuerlich wird es wenn man sich die Begründung dieses Unterfangen zu unterstützen ins Gedächtnis ruft. War das nicht, dass man eine bevorstehende Krise vermeiden möchte? Kluge Marktteilnehmer fragten sich schon damals von was dort gesprochen wird. Welche verdammte Krise? Was salbadern die da daher? Ganz genau, jetzt haben wir eine und nicht vorher! Die Ironie darin liegt auf der Hand. Normalerweise müsste der hohe Anleihezins für einen Boom sorgen. Der Markt unterliegt nun aber einem immensen Druck, was den positiven Ausblick hemmt. Da Bargeld als Tauschmittel fehlt haben es aktive Händler die Tage sehr sehr schwer. Der Kapitalumschlag stagniert einfach wegen Verknappung.

Fraglich bleibt auch welche Schritte als nächstes folgen. Sicher ist nur, dass die Initiative bei ihnen liegt. Allerdings sollte man da wohl eher keinerlei logische oder gewinnorientierte Aktion erwarten. Normalerweise müssten alsbald KHs folgen. Das würde Schaden begrenzen, aber da es sich nur noch um Chaos handelt bleibt eine Prognose höchst unsicher.

Was der CEO der Stunde aber tun kann ist sich auf das Problem einzustellen und die völlig selbstverursachte Krise auszunutzen. Die Lösung heißt ganz klar Geld sinnig langfristiger investieren und abwarten, denn Aktienhandel ist in der Phase höchst kompliziert und auch unrentabel, da die Sellorders einbrechen. Momentan ist es eher möglich sehr kostengünstig wachstumsstarke Alternativen einzukaufen. Diese erbringen allein durch das Halten Mehrgewinn. Hier sollte angesetzt werden. Weiterhin empfiehlt es sich den exzellenten Anleihezins auszunutzen, um Geld zu generieren. Dieses kann dann ebenfalls wieder in nutzbringende Investition einfließen. Ebenfalls sinnig sind Kapitalherabsetzungen. Diese bringen aber nur wenigen Spielern etwas, nämlich denen, dessen AGs durch den Abwärtspreisdruck weit unter FP gesunken sind. Dort lohnt es sich wohlfeil einzusammeln.
Nebenher sollte aber auch ein wachsames Auge auf unsere Geldbunkerer geworfen werden, denn man muss auch auf die Zukunft achten. Je nachdem zu welchem weiteren Schritt sich diese entschließen ergeben sich den Umständen entsprechend neue sinnvolle Möglichkeiten. Um dort nicht den Einstieg zu verpassen rät es sich an sein Kreditvolumen in der Hinterhand zu halten. Dieses kann bei Bedarf eingesetzt werden und lässt sich mühelos an die Anleihenauszahlung koppeln. Somit ist die AG gut aufgestellt und wir befinden uns in Warteposition.

Eine Frage bleibt allerdings noch offen. Was zum Teufel machen wir jetzt mit der dazu gewonnen Freizeit?
Darauf gibt es nur eine angemessene Antwort. Blickt aus dem Fenster! Es ist an der Zeit sich zurückzulehnen und das schöne Wetter zu genießen. Euch fällt bestimmt etwas ein, da bin ich mir sicher.

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

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    Sehr schöner Artikel, danke für die qualitativ hochwertige Betrachtung und Darstellung.

  2. Avatar

    Man könnte meinen der Autor hat Panik das seine Strategie nicht aufgeht. Aktuell ist mit Aktienhandel, vor allem DayTrade ein rießiger Gewinn möglich – wie man an meiner AG erkennt …

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